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Erhaltungszucht

Unsere lieben Tiere

Gefährdete Haus- und Nutztierrassen

Nutztierrassen sind seit langem durch technisierte und rationalisierte Produktionsmethoden gefährdet, einige Rassen sind bereits verschwunden. Auch wenn die alten Rassen in ihrer Leistung mit den heutigen Rassen nicht ganz mithalten können, sind sie aber robuster und haben eine bessere Fleischqualität. … Rassen mit einer bestimmten Leistung wurden bevorzugt, dadurch wurden andere Rassen, die dem Zuchtziel weniger entsprachen zurückgedrängt oder starben aus. Die Qualität der Produkte wurde kaum berücksichtigt.

Wenn Verbrauchererwartungen sich ändern, ändert sich auch das Zuchtziel. Dadurch können unbeachtete Rassen wieder an Bedeutung erlangen. ….

Leineschaf alte Zuchtrichtung

Das Leineschaf stammt aus den Landkreisen südlich von Hannover und wurde Mitte des 19. Jh. aus drei Rassen gezüchtet. Als 1870 die Wollpreise fielen, versuchte man, es durch verschiedene Einkreuzungen wirtschaftlicher zu machen. Die Nachzucht war jedoch unbefriedigend.

Nach dem Krieg wurde das Leineschaf als Reparationsleistung nach Polen und in die Tschechei abgegeben. In Deutschland kam es danach kaum noch in größeren Beständen vor. Bei dem systematischen Wiederaufbau von Herden  dieses Schafes in Deutschland  halfen Elterntiere aus diesen beiden Ländern.

Das Umweltzentrum besitzt eine Leineschafherde von 50 Tieren. Die Hälfte davon sind Jungtiere des Jahrganges 2007. Wir hatten das große Glück, in diesem Jahr sehr gesunden Nachwuchs zu haben. Von den 26 Lämmern waren nur 8 Böcke dabei, diese in bester Gesundheit. Das verspricht uns für die Folgejahre einen guten Erhalt unserer Herde.

Ein gekörter Bock aus dem Jahre 2005 steht noch zum Verkauf. Wir hoffen, dass wir auch in diesem Jahr wieder Böcke kören können.

Thüringer-Wald-Ziege

Die Thüringer-Wald-Ziege kommt – wie der Name schon sagt – aus Thüringen. …  Während der Umstrukturierung der Landwirtschaft in der DDR ging der Bestand stark zurück und war auf wenige private Züchter beschränkt. 1981 wurde ein Thüringer-Wald-Ziegen Zuchtverein e. V. gegründet, von dem Züchter finanzielle Unterstützung erhielten. Diese Ziegenrasse ist widerstandsfähig und anspruchslos.

Im Umweltzentrum wird sie seit Jahren gehalten. Sie macht die Hälfte unseres Bestandes an Milchziegen aus. Sie ist leicht in der Pflege, anspruchslos und hat eine gute Milchleistung und -qualität.

Auch hier konnten wir diesjährigen Nachwuchs kören lassen. So kommt der Siegerbock aus Sachsen/Brandenburg des Jahrganges 2007 aus unserem Stall. (Er ist schon verkauft!!!). Aber wir haben noch einen, ebenfalls in der Wertklasse I!

Sachsenhuhn, schwarz und gesperbert

Das sind unsere jüngsten Arche-Hof-Kandidaten. Vor zwei Jahren entschlossen wir uns, eben diese Hühnerrasse zu züchten. Die Zucht geht in das 19. Jh. zurück, als man versuchte ein typisches sächsisches Huhn zu züchten, was vor allem wenig anfällig gegen kalte Witterung ist. Außerdem sollte es nicht nur ein Eierleger sein, sondern auch gut Fleisch liefern. So ist das Sachsenhuhn in seinem Zuchtziel ein robustes Huhn, auch für kalte Gegenden, was als Zwiehuhn genutzt werden kann.

Im Zuge der Industrialisierung der Geflügelwirtschaft hatte es daher keine Chance. Mit den hochgezüchteten Hybridrassen, die auf nur Eier oder nur Fleisch getrimmt sind, konnte es nicht mithalten.

In Deutschland kommt das Sachsenhuhn fast nur noch in Sachsen vor. Wenige Züchter, die im Sonderverband der Sachsenhuhnzüchter organisiert sind versuchen diese Rasse zu erhalten. Was auch noch dadurch erschwert ist, dass sie schlechte Brüter sind, und künstliche Aufzucht auf der Tagesordnung steht.

Die schwarzen Sachsenhühner sind noch am häufigsten vertreten. Die weißen und gesperberten sind am stärksten dezimiert, da gibt es nur noch 2-3 eingetragene Züchter. Darunter das Umweltzentrum.

Auch hier konnten wir im Jahre 2007 sehr erfolgreich nachzüchten. Bei den gesperberten Sachsen gab es zahlreichen Nachwuchs. Als besonderen Erfolg unserer artgerechten Haltung sehen wir es an, dass vier Sachsenhühner die Brutgeschäfte selbst übernommen haben.

Dass der Nachwuchs zu 2/3 aus Hähnen besteht, nehmen wir in Kauf. Da ist die Auswahl für einen Zuchthahn besonders leicht. Die Sachsenhähne sind sehr umgängliche Hähne und vielleicht können wir von diesen netten Herren ja einige verkaufen.

Meißner Widder

Das Meißner Widderkaninchen ist eine deutsche Kaninchenrasse, die dem Kaninchenzüchter L. Reck aus Meißen zu verdanken ist. Das erste Tier dieser Rasse, ein silber-schwarzes Tier, wurde 1906 unter dem Namen „Meißner Widder“ auf einer Ausstellung zur Schau gestellt. Diese Rasse ist in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbekannt, hat unter Züchtern jedoch eine kleine treue Anhängerschaft. (Auszüge aus „Kaninchen und Nagetiere, Enzyklopädie“, Naumann & Göbel)

Wir halten es als regionale sächsische Rasse seit 2006 und haben in diesem Jahr schon guten Nachwuchs erzielt. 

 

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Mit Auszügen aus der Projektarbeit von Lydia Naumann, FÖJ-lerin im Kinderbauernhof Anke Vogel in Auterwitz



Letzte Aktualisierung: 15. 11. 2007
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